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Niedersächsischer Badminton-Verband e.V.

Jelby's Geschichten aus der Heimat
In Dänemark sind die Monate April/Mai traditionell "saure Gurkenzeit" im Badminton. Vor allem im Mai geht kaum einer in die Sporthalle um zu spielen, und teilweise wird diese Zeit dann auch genutzt, um Hallen zu renovieren. Deshalb habe ich auch einen Monat nichts zu berichten gehabt.

Inzwischen sind die Weltmeisterschaften in Sevilla zu Ende gespielt und hier möchte ich eine kleine Nachlese aus dänischer Sicht geben.

Man hatte hohe Erwartungen als die Weltmeisterschaft begann. Zum ersten Mal war man der Meinung, es auch endlich im Sudirman-Cup schaffen zu können. Das Halbfinale als Minimalziel wurde ja auch erwartungsgemäß erreicht. Hier wollte man unbedingt gegen China spielen, da Dänemark gegen Korea noch nie gewonnen hat. Deshalb bekam Gade im Gruppenspiel gegen Indonesien eine Pause, und siehe da, man wurde Gruppenzweiter, und traf im Halbfinale gegen China. Als sichere Punkte galten das Herren-Einzel und das Mixed, und dann müsste der liebe Gott den dritten Punkt irgendwo herholen, am ehesten wohl im Herren-Doppel, denn sowohl Dameneinzel als auch Damendoppel waren von Beginn an abgeschrieben. Wie wir inzwischen wissen, kam es anders: Gleich im ersten Spiel verlor das Mixed Eriksen/Skjoldager, und Dänemark verlor am Ende 3:1 - das letzte Spiel wird bei diesem Spielstand gar nicht ausgetragen.

Vor dem Einzelturnier hatte man berechtigte Hoffnungen wenigstens einen Titel mit nach Hause zu nehmen, nämlich Herreneinzel, und weitere große Chancen sah man im Mixed mit Eriksen/Skjoldager und natürlich Sögaard/Olsen. Sögaard/Laugesen hatten sich in den letzten Monaten außerdem im Herrendoppel stark verbessert, so dass hier Außenseiterchancen waren.

Nun der Reihe nach:

Herreneinzel: Peter Gade hat es wieder nicht geschafft. Nach einem Halbfinale in dem er den Chinesen Chen Hong im zweiten Satz vorgeführt hatte, ließ er sich im Finale von Hendrawan dessen Spiel aufzwingen. Immer wieder setzte Hendrawan seine vorzüglichen Finten und verdeckten Schläge ein, die Gade überhaupt nicht mochte. Und es bewahrheitete sich mal wieder, wer das Netz beherrscht, beherrscht das Spiel. Hier ist Gade normalerweise stärker als der Indonesier, aber eben nicht an dem Tag. Der erste Satz war mit 15:6 schnell beendet und im zweiten Satz sah es zuerst so aus, dass Gade vielleicht das Blatt wenden könnte. Doch nach einer 5:0-Führung, lag Gade plötzlich 5:10 hinten. Gade kämpfte sich wieder heran, und führte auch 14:13, aber Hendrawan glich aus. In der Verlängerung führte Hendrawan 16:14 aber Gade glich wieder aus, bevor Hendrawan dann letzten Endes Gade zu einem Fehler in der tiefen Vorhand zwang und damit Weltmeister wurde. Nach dem Spiel war Gade verständlicherweise enttäuscht, aber auch ein fairer Verlierer: "Hendrawan hat einige gute Bälle zum richtigen Zeitpunkt gespielt, und heute war er am Netz besser, so dass ich den Ball heben musste. Normalerweise ist es umgekehrt. Aber wenn man schon verliert, dann ist Hendrawan nicht der Schlimmste, gegen den man es tun kann. Er ist ein feiner Kerl." Gade war sichtlich enttäuscht, aber er war deutlich gefasster als vor zwei Jahren in Kopenhagen. "Das ist Badminton. Das Leben geht weiter. Ich bekam zwar das nicht, weswegen ich hier war, aber ich habe wenigstens etwas von dem Badminton gezeigt, was ich kann, und das ist mir auch wichtig." Ein Journalist wollte Gade fragen, ob er nach Bronze vor zwei Jahren und Silber in diesem Jahr in zwei Jahren Gold möchte. Die Frage war noch gar nicht zu Ende, da antwortete Peter mit einem entschlossenen "JA".

Dameneinzel: Camilla Martin verlor erwartungsgemäß ihren Titel. Sie war schon vor dem Turnier mit der Setzliste unzufrieden. Die Weltbeste, Gong Zhichao, war nur auf 5-8 gesetzt, und das auch noch in der Hälfte von Camilla. Das hieß, spätestens Viertelfinale würde es aus ihrer Sicht Schluss sein. Dazu kam es aber gar nicht. Für Camilla kam das Ende bereits im Achtelfinale gegen Ihre Endspielgegnerin aus Kopenhagen, Rai. Camilla war nach dem Spiel sehr enttäuscht: "Ich verstehe diese Setzliste nicht. Jeder hier weiß, dass Gong Zhichao dieses Turnier gewinnt, und dann wird sie nur auf 5-8 gesetzt. Außerdem hätte ich vier Chinesinnen in Folge schlagen müssen, um das Endspiel zu erreichen - das ist mir noch nie gelungen." Es kam aber ganz anders: Gong gewann zwar das Endspiel, aber nicht Zhichao, sondern Gong Ruina, und das in zwei Sätzen.

Die Doppel: Über das Damendoppel lege ich elegant den Mantel des Schweigens, spätestens Viertelfinale war Schluss. Im Herrendoppel erreichten Sögaard/Laugesen das Viertelfinale und brachten die amtierenden Weltmeister an den Rand einer Niederlage, mussten aber letzten Endes eine 3:15-, 15:13- und 13:15-Niederlage hinnehmen. Sögaard/Olsen und Eriksen/Skjoldager konnten die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen, und das hieß Halbfinale, hier war aber für beide Paarungen Schluss.

Am Ende hieß also diesmal keine Titel für Dänemark, aber immerhin drei Medaillen. Die Titel wurden unter China (3) und Indonesien(2) aufgeteilt.

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Letzte Änderung: 31.07.2001

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