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| Der Badminton Report
Niedersachsen (07/08-2002) |
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Zählweise: Unser internationaler Dachverband I.B.F. hat am 19. Mai 2002 in Guangzhou (China) eine bedeutende Änderung bei den Badmintonregeln beschlossen. Sie wird zum 1. August gültig. Das "Experiment" mit der Zählweise "Drei Gewinnsätze bis sieben" (auch "Best of five" genannt) ist beendet. Die Zählweise wird nicht in die Regeln überführt. Stattdessen gilt: Gespielt wird in allen Disziplinen auf zwei Gewinnsätze ("Best of three"). Die bisher vom Dameneinzel bekannte Zählweise wird also auf das Damendoppel und das Mixed übertragen. Verlängerungsmöglichkeit des Rückschlagenden bei zehn beide um drei Punkte, im Fall einer Verlängerung wird dann bis 13 Punkte gespielt. In einem dritten (Entscheidungs-)Satz werden die Seiten beim Erreichen von sechs Punkten gewechselt. In Bezug auf das Coaching (Beraten/Betreuen) hat sich
nichts verändert. Zwischen dem ersten und zweiten Satz ist eine Pause
von 90 Sekunden zugelassen und ein Coachen (d.h. ein Gespräch mit
Trainer oder Betreuer) wird in diesem Zeitraum gestattet. Es hat nach
dem Seitenwechsel auf der neuen Feldseite zu erfolgen. Die enge Umgebung
des Feldes darf bei diesem Seitenwechsel nicht verlassen werden. (Ausnahme:
Es wird vom Schiedsrichter die Erlaubnis dazu gegeben). Zwischen dem zweiten
und einem eventuellen dritten Satz kann eine Pause von fünf Minuten
genommen werden. In ihr ist ein Verlassen der engen Umgebung des Feldes
gestattet.
Ich finde diesen Beschluss aus folgenden Gründen sehr schlimm: Die Aussenwirkung Die Herreneinzel werden nun zweifellos wieder unattraktiver, weil ausdauergeprägter. Beurteilende "Fremd-Fachbetrachter" - und das sind nun mal die meisten Sportjournalisten - werden wieder schwerer zu begeistern sein. Die angestrebten kurzen (maximal vier) "Marketingpausen" werden auch grösstenteils entfallen. Dafür werden sich wahrscheinlich die kurzsichtigen Hardliner über eine angebliche Missachtung unseres Sports durch die Medien, insbesondere das TV weiterhin aufregen. Ein unglaublicher Hammer wird natürlich durch
das "Spiel bis elf" in den ganz neu definierten Damendisziplinen,
also Dameneinzel, Damendoppel und Mixed der staunenden Fachwelt als Reform
präsentiert. Warum dann nicht in allen Disziplinen zwei Gewinnsätze
bis 11? Oder ist die I.B.F. nun zum Notbremser gegen "unerhörte
Gleichberechtigungsbetrebungen" von Frauen im Sport geworden? Eigentlich
müsste, gerade auch diesbezüglich, das IOC endlich mal hart
reagieren! Natürlich kann ich mich daran erinnern, als ein Zwei-Stunden-Damendoppel
(vier Asiatinnen) bei den German Open Anfang der Achtziger Jahre dem erfolgreichsten
aller grossen Dänen, Erland Kops, den Spruch entlockte "Life
is to short for Ladies-Doubles!" Hunderte von Verteidigungsclears
konnten damals, selbst nach Annahme der englischen Empfehlung dieser Zeit:
"O, Ladies-Doubles, have a cup of tea", weder Experten, noch
sonstige Zuschauer begeistern. Die Innenwirkung Mein Fazit: Traurig, traurig, traurig!!! Dies vor allem unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es die beiden anderen vom IOC ermahnten Verbände mit ähnliche langen Sätzen (Tischtennis und Volleyball) in kurzer Zeit, ohne jahrzehntelange Tests geschafft haben, durch erhebliche Einschnitte, ihr Spiel attraktiver zu machen. Sag mir keiner, dass die Asiaten in diesen Sportarten keine Rolle spielen; hier müssen also ganz andere Mechanismen versagt haben. Vielleicht hat Asien, nach jahrzehntelanger Dominanz der I.B.F. durch Großbritannien, vor allem einmal so richtig zurückgeschlagen? Ich muss leider feststellen, dass wir offensichtlich in unserem Sport nicht so leicht in der Lage sind, den Herausforderungen der heutigen Zeit, geschweige denn der Zukunft, gerecht zu werden. Keineswegs kann mich dabei beruhigen, dass es ja auf internationaler Ebene genauso läuft, wie bei uns. Fest steht auch, dass die Sportberichterstattung in den wichtigen nationalen Medien hierüber nicht berichtet ... und uns nicht zerrissen hat; nur warum, das ist eine wahre Frage von Bedeutung. Schade, schade, schade, eine hervorragende Chance ist, zumindest für einige Jahre, vertan! Nein, aufgeben kommt für mich auch hier nicht in Frage! Ich fordere vielmehr zur Diskussion und zum Gegenangriff auf, so hab ich (aus voller Überzeugung) gespielt und mich und andere auch als Trainer und Funktionär immer gefordert. Trainer-Kollegen haben mit mir zusammen begonnen, die Diskussion über sinnvolle Vorschläge in Gang zu setzen, damit wir so wenig wie möglich der vorgenannten Vorteile von "Best of five" leichtfertig, und vor allem endgültig aus den Händen geben. Da die Zeit für irgendwelche DBV-Verbandstags-Initiativen viel zu kurz war und wir auch sicher sind, dass wir unsere Verbandsführung nicht wieder vor Probleme wie im letzten Jahr stellen dürfen, müssen wir uns dabei Zeit nehmen, um strategisch zu planen, wie wir mit einer guten Taktik zusammen mit der EBU auf dem richtigen Weg weitermachen können? Unsere Diskussionsvorschläge: Mit Sicherheit werde ich, im Namen aller, die diese Angelegenheit für eben so wichtig halten, auch auf internationaler Ebene das Wort erheben wollen und müssen, damit sich etwas bewegt! Wir fordern alle wirklich Interessierten auf, sich an der Diskussion zu beteiligen, weitere Vorschläge bzw. Änderungen zu unterbreiten, damit wir den Schritt Richtung DBV-Gremien, EBU und später I.B.F. - diesmal vom abschliessenden Erfolg gekrönt - beschreiten können. |
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